Gedanken zum Jahresthema 2018

1

Unterwegs sein.

Von hier nach dort.

Zu Fuß.

Laufen.

Wahrnehmen, dass ich beweglich bin.

Luft einatmen.

Das Leben spüren.

Weite erahnen.

2

Doch wo führt der Weg hin?

Mich hin?

Und wie einen Weg finden,

wenn scheinbar

vor mir nur noch die Weite liegt?

Den Weg suchen.

Der Mensch, ich, bin ein Sucher.

Immer wieder.

Ein Weg Sucher.

Ein Glück Sucher.

Ein Gott Sucher.

3

Wo ich herkomme?

Das kann ich beschreiben.

In dem ich stehen bleibe.

Ich blicke zurück.

Jetzt wo ich stehe,

habe ich einen Standpunkt.

Einen Ort, der mir hilft mich zu orientieren.

Der mich erdet.

Der mir zwei Fuß breit Sicherheit gibt.

Und doch bleibt die Frage:

Wo will ich hin?

Wohin führt mich der Weg?

Mein Weg?

Und wie geht es über den Wegrand hinaus weiter?

4

Die Sonne gibt Orientierung.

Wo sie aufgeht ist Osten.

Wo sie untergeht, Westen.

Hinter den Hügeln geht sie langsam unter.

Gut, dass ich mich an ihr ein Stück weit orientieren kann.

5

Der Kompass kommt zum Einsatz.

Er zeigt mir immer verlässlich an,

wo Norden ist.

Egal wie ich mich auch wende und drehe.

Immer wieder richtet sich die Kompassnadel neu aus.

Zielsicher.

Sie nordet mich ein.

Und sie ruft in mir die Sehnsucht wach,

ein so klares Ziel zu haben.

Innerlich.

Und für meinen Weg.

6

Der Arm ist ausgestreckt.

Der Kompass ruht in der Hand.

Auf Distanz sehe ich das Spiel und Wippen der Kompassnadel.

Weitsichtig so scheint es –

weitsichtig, weil der Kompass so auf Distanz gehalten wird,

weitsichtig, weil an dieser Stelle

weite Einsichten in die Landschaft möglich sind.

7

Kein flaches, weites Land.

Sondern hügelig.

Ein Auf und Ab.

Alles was dazwischen liegt

bleibt im Verborgenen.

Und der Horizont?

Er ist verschwommen.

Bleibt unklar.

Wenn auch durch Sonne und Kompass

einzuordnen.

Dennoch bleibt vieles offen.

Bleibt vieles vor mir.

Noch nicht erreicht.

Und – es geht sicherlich auch weiter –

auch hinter dem Horizont.

8

Unterwegs sein.

Von hier nach dort.

Zu Fuß.

Laufen.

Wahrnehmen, dass ich beweglich bin.

Luft einatmen.

Das Leben spüren.

Weite erahnen.

Zwischen Standpunkt und Horizont.

Immer unterwegs.

Immer weiter unterwegs.

9

Und die Zukunft?

Sein Land ist sie.

Mein ist der Kompass.

Sein das Land.

Gottes Zukunft,

in die ich mich langsam vortasten, vorwagen,

hineinbegeben kann.

10

2018 – Die Zukunft ist sein Land

Dieses Jahr, nächstes Jahr,

alle Jahre, die noch kommen werden.

Nun aber erstmal 2018!

Gewinnen wir einen Standpunkt,

richten uns aus.

Brechen wir auf.

Die Zukunft ist sein Land.

Wer aufbricht, der kann hoffen

in Zeit und Ewigkeit.

Die Tore stehen offen.

Das Land ist hell und weit.

Pastor André Carouge